Naschmarkparkplatz – Ziele zur Neugestaltung der Hitzeinsel unter Berücksichtigung aller Interessen

Bild: google earth

Der Naschmarktparkplatz weist schon seit langem Handlungsbedarf auf. Er soll nun als Stadtklimaproblem entschärft werden, eine verbesserte Nutzungsmöglichkeit erfahren, ein neues Grätzelzentrum erhalten und im Sinne der Klimamusterstadt umgestaltet werden. Die ehrliche Einbindung der BürgerInnen ist uns bei allen Projekten ein großes Anliegen.

In der Bezirksvertretungssitzung vom 17. Juni 2021 stellten wir den wichtigen Antrag, dass im Zuge der Ausschreibung und Konzepterstellung für die geplante Umgestaltung des Naschmarktparkplatzes, neben den Ergebnissen der laufenden Bürger*innenbeteiligung auch andere wichtige Indikatoren als zu berücksichtigten Rahmen aufgenommen werden müssen. Der Antrag fand eine breite Zustimmung und wurde mit den Stimmen der NEOS Mariahilf und der neuen Volkspartei Mariahilf mehrheitlich angenommen.

Ziel des Antrags ist es, wieder an die eigentlichen Intentionen zur Gestaltung zu erinnern und diese deutlich zu machen. Diese Ziele und Rahmenbedingungen sind in der, inzwischen sehr polarisierte öffentliche Diskussion die vor allem durch die politischen Aktionen der Opposition beeinflusst ist, leider vielen Menschen nicht mehr klar. Mit dem beschlossenen Antrag haben wir diese wieder festgehalten.

Die Ziele: Begrünung, neue und vielfältige Nutzung und Erhalt des Flohmarktes!

Der Handlungsbedarf am Naschmarktparkplatz ist unumstritten. Er ist ein Problem für das Stadtklima und er bietet aktuell kaum Möglichkeiten zur Nutzung. Die extremen Witterungseinflüsse (Sonne und starker Wind) vor Ort verhindern aber auch eine hochwertige Nutzung dieser wertvollen innerstädtischen Fläche.

„Der Naschmarkparkplatz ist momentan eine große Hitzeinsel und somit ein stadtklimatisches Problem. Das primäre Ziel ist es diese Fläche zu begrünen und eine Gestaltung zu finden, die das Problem der Hitzeinsel und der Witterungseinflüsse nachhaltig beseitig. Natürlich unter Rücksichtnahme auf die örtlichen Gegebenheiten sowie unter Berücksichtigung der Anforderungen für bestehende und zukünftige Nutzungsqualitäten.“, so Klubvorsitzender Sandro Beer.

Auch soll der beliebte samstägliche Flohmarkt in seiner vollen Größe erhalten bleiben und auch die Bedürfnisse der Standler*innen des angrenzenden Naschmarkts müssen im Konzept berücksichtigt werden.

„Der Flohmarkt hat eine lange Tradition und ist am Samstag Anziehungspunkt für Besucher aus ganz Wien und darüber hinaus. Wir setzen uns nicht nur dafür ein, dass der Flohmarkt in seiner Größe erhalten bleibt, sondern wir wollen mit der Umgestaltung des Platzes dem Flohmarkt eine attraktive, witterungsgeschützte Heimat bieten.“, erklärt Bezirksvorsteher-Stellvertreterin Julia Lessacher.

Ein weiteres Ziel ist es, den Platz den der Flohmarkt benötigt, auch außerhalb der Marktzeit Samstag, für neue und vielfältige Nutzung und Aktivitäten vorzubereiten.

Innerstädtisch sind öffentliche leistbare Orte für Veranstaltungen, Kultur- und Innovationsaustausch, Gelegenheitsmärkte oder Kulinarik abseits der klassischen Gastronomie (z.B. Street Food) leider große Mangelware. Der Naschmarktparkplatz soll somit als neues „Grätzelzentrum“ mit konsumfreien Zonen, multifunktionaler Nutzung und hoher Aufenthaltsqualität wirksam werden. Die dafür notwendige Infrastruktur wie z.B. Wasser und Strom aber auch die Beschattung, verbunden mit einer deutlichen Begrünung und Photovoltaik zur umweltfreundlichen Energiegewinnung sollen dafür mit eingeplant werden.

Bezirksvorsteher Markus Rumelhart stellt klar: „Wir wollen den Platz den Menschen zurückgeben. Somit ist es Ziel, neben der größtmöglichen Begrünung auch Multifunktionsflächen entstehen zu lassen, die zur vielfältigen Nutzung einladen (Flohmarkt, begrünter Erholungsraum, neuer Raum für Veranstaltungen, Austausch und Kultur sowie zur Abhaltung von Gelegenheitsmärkte, etc.).  Der Ort soll auch die Menschen der umliegenden Bezirke zum Verweilen, Nutzen und Aneignen einladen.“

Rücksicht auf Stadtbild und Parkplätze

Weiters wurde im Antrag festgehalten, dass der sensible Ort des Naschmarktumfeldes mit seiner historischen Architektur bei jedweder Gestaltung zu berücksichtigen ist und auf das baukulturelle Erbe sowie auf das Stadtbild geachtet werden muss.

Aber auch die die Kompensation der, durch die Umgestaltung  wegfallenden, Parkplätze ist mit an zu denken. Zum Beispiel durch Ausweitung des Anrainer*innenparkens und mit neuen Kooperationen mit Garagenbetreiber*nnen.

Verlängerung der Bürger*innenbeteiligung bis Herbst

Besonders wichtig ist uns, dass die Bürger*innen und alle Nutzer*innengruppen auf gleicher Augenhöhe und mit gebotener Transparenz in die Neukonzeptionspläne miteinbezogen werden. Zu diesem Zweck wurde nun auch die laufende Bürger*innenbeteiligung von der Stadt Wien bis in den Herbst verlängert.

„Ich vertraue darauf, dass auf Basis der Wünsche und Anregungen aus der BürgerInnenbeteiligung es der Stadt Wien gelingen wird, für die Neugestaltung des Naschmarktparkplatzes die besten Lösungen und Konzepte zu entwickeln. Dieser Ort soll zukünftig für alle Wienerinnen und Wiener ein Ort sein an dem man sich gerne aufhält und der den Bezirk Mariahilf somit noch lebens- und liebenswerter werden lässt,“ so Markus abschließend.

Hier kannst du unseren Antrag nachlesen: Umgestaltung Naschmarktparkplatz