Kurzarbeit für ArbeitnehmerInnen

© Henkel/Richard Tanzer

Was ist die Kurzarbeit?

Bei der Kurzarbeit sollen Arbeitsplätze und Fachkräfte gesichert und Arbeitskosten der Unternehmen vorübergehend (vorläufig für sechs Monate – am 30. September endet sie automatisch) reduziert werden.
Sie steht allen Betrieben mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten offen, unabhängig von ihrer Größe oder Branche.

!!! In der neuen Kurzarbeits-Richtlinie sind auch Lehrlinge erfasst. Das heißt also, dass ihre Entgelte nicht gekürzt werden !!!

Wie funktioniert die Kurzarbeit?

Bei der Corona-Kurzarbeit wird die Normalarbeitszeit vorübergehend reduziert, und daher auch das Arbeitsentgelt. Mitarbeiter erhalten zwischen 80 -90 % ihres Nettoentgelts.
Berechnungsgrundlage ist das durchschnittliche Nettoentgelt der vergangenen 13 Wochen vor der Kurzarbeit. (inklusive Zulagen und Zuschläge)
Der Dienstgeber zahlt nur für die tatsächlich geleistete Arbeitszeit, den großen Rest übernimmt das AMS.

Nettoentgeltgarantie der Corona-Kurzarbeit:
• Beschäftigte mit Bruttoentgelten unter 1.700 Euro erhalten vom Arbeitgeber ein Entgelt von 90 % des vor Kurzarbeit bezogenen Nettoentgelts
• bei Bruttoentgelten zwischen 1.700 Euro und 2.685 Euro 85 %
• bei Bruttoentgelten zwischen 2.685 Euro und 5.370 Euro 80 %
• bei Lehrlingen 100 %

Was ist die sogenannte Behaltepflicht?

Der Arbeitgeber ist verpflichtet, die betroffenen Arbeitnehmer nach dem Ende der Kurzarbeit mind. Einen Monat zu behalten. Dies gilt unabhängig von der Dauer der Kurzarbeit. Nur bei besonderen Verhältnissen kann diese Pflicht entfallen oder verkürzt werden.
!!! Kündigungen dürfen erst nach Ablauf der Behaltefrist ausgesprochen werden !!!

Gibt es ein Recht auf Kurzarbeit?

Nein! Betriebe müssen diese beim AMS beantragen.
Wenn Unternehmen vom Coronavirus betroffen sind, etwa durch eine Betriebssperre oder – schließung nach dem Epidemiegesetz, können sie Kurzarbeit ohne Sozialpartnervereinbarung vereinbaren.
Falls es einen Betriebsrat gibt, muss der Arbeitgeber mit ihm eine Betriebsvereinbarung abschließen. Gibt es keinen, muss jeder einzelne Arbeitnehmer die Vereinbarung unterzeichnen. Anschließend müssen die Sozialpartner, also die Wirtschaftskammer und die zuständigen Teilgewerkschaften, zustimmen.

Mehr Informationen auf:
www.wko.at
www.swv.at
www.ams.at